Collagen von Aurélie Salvaing

 
 

Aurélie Salvaing: Gedanken an Obama

        Zuerst hat Aurélie Salvaing überhaupt nicht an Obama gedacht. Für sie war ihre Collage ausschließlich das Portrait eines Mannes. Natürlich nicht irgendeines Mannes - es war das Bild eines Menschen, der ihr während ihrer Arbeit vor Augen stand. Vielleicht hatte sie ihn irgendwann einmal irgendwo getroffen. Doch dann las sie den Titel eines Artikels auf einem der Papierschnipsel, die sie für den Hintergrund der Collage verwendet hatte: „Barack Obama fehlt mir schon”. Plötzlich fand sie die Idee plötzlich gar nicht mehr absurd und wusste genau, woher sie diesen Mann kannte...
 
 
Aurélie Salvaing und ihre Collagen: Lichter und Schatten
 
 
 
 
 
 
        ...und dann dachte sie sich, dass der Titel doch eigentlich sehr gut zu dem sorgenvollen Ausdruck des Mannes passte, der sie von dem Bild herunter anguckte.
 
 
 
 
 
 
        Für Aurélie Salvaing sind ihre Bilder so etwas wie ein Fahrtenbuch. Sie wählt die Artikel oder Bilder, die sie in ihren Collagen verwendet, parallel zu dem, was sie gerade erlebt oder beschäftigt. Als sie dieses Portrait eines Mannes verwirklichte, begann sie sich zum Beispiel ernsthafte Fragen über die amerikanischen Wahlen zu stellen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Oft beginnt sie eine Collage, indem sie diese Texte und Bilder einfach irgendwie auf die weiße Leinwand klebt. Manchmal fügt sie dann Farben dazu - hier Rot und Gold - und erst dann entwickelt sich das Gesicht, das in diesem Moment schon fertig vor ihrem geistigen Auge steht.
 
 
 
 
 
 
 
        Seinen eigentlichen Charakter erhält das Portrait durch die Wahl der Farben, die Lichter und die Schatten, die das Gesicht froh oder besorgt erscheinen lassen und den „Erkennungseffekt” erscheinen lassen.
 
 
 
 
 
 
        Zwischen der Arbeit am Hintergrund und der Entwicklung des Portraits steht die Trockenzeit - ein Augenblick, in dem Aurélie Salvaing nichts tut als das angefangene Portrait zu betrachten. Für den Beobachter hat es in diesem Stadium noch keinerlei Formen. Doch für Aurélie Salvaing beginnt es, zu leben. Wenn die Künstlerin dann mit einigen Papierschnipseln die ersten Gesichtszüge festlegt, weiß sie schon ganz genau, wie das Endergebnis aussehen würde.