Oddbjørg Reinton, Zeichnungen und Collagen

Zeichnungen und Collagen von Oddbjørg Reinton
 
 
 
        Die Bilder, die Oddbjørg Reinton auf Papier zaubert - im Gegensatz zu den Gemälden auf Leinwand -, nehmen in ihrem Werkekatalog eine ganz besondere Stellung ein. Hier ist es nicht die Farbe, die die Formen erschafft, sondern die Linie. Das Bild besteht aus Zeichnung, Collage und Schriftzügen, die zu einem Ganzen zusammenwachsen.
 
 
 
 
 
 
 
        Zeichnen ist für Oddbjørg Reinton eine weitaus „intimere” Handlung als malen. Die Zeichnung begleitet die Malerei, sie bestätigt in gewisser Weise die Ideen, die in den Gemälden ausgesprochen werden. Doch sie ist gleichzeitig spontaner. Sie entwickelt sich langsam, im Rhythmus der Linien, die auf dem Papier entstehen. Es ist, als würden sich die Linien in einem sanft beschwingten Tanz vereinen, der über das Papier gleitet, bis sie endlich zu einer Einheit zusammenfinden.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Die Serie von Zeichnungen und Collagen auf Papier ist vollkommen der Not der Tiere gewidmet. Die ersten Blätter hießen noch „Winterland” und erzählten die Schwierigkeiten der nordischen Natur. Doch bald dehnte Oddbjørg Reinton die Serie auf die ganze Welt aus, denn für das Elend der Tiere gibt es weder Grenzen noch Nord oder Süd. Für die Künstlerin ist die Zeichnung so etwas wie ein Tagebuch, wo man heraustreten und sich selbst begegnen kann - sich selbst, oder einem Lebensraum für Tier und Mensch.
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Intimität der Zeichnung

        Mit der Intimität der Zeichnung gewinnt auch die Herkunft der Künstlerin Oberhand. Oddbjørg Reinton ist Kosmopolit. Sie ist in Norwegen ebenso zu Hause wie im Süden von Frankreich, und es gibt kaum ein Land, wo sie nicht leben könnte. Trotzdem dringt ihre norwegische Kultur manchmal in ihre Arbeit ein, erobert ihre Zeichnungen mit Worten und Schriftzügen aus der norwegischen Sprache und zaubert nordisch anmutende Landschaften auf das Papier.