Oddbjørg Reinton, Gemälde vom Super-Rango

 
 
 
 
 
        Mit dem Film „Rango” machte Oddbjørg Reinton ihre erste Erfahrung mit einem neuen Medium. Er wurde mitgeliefert, als ihre Eltern ihre neue Super-8-Kamera kauften - nur ein kleiner Film von gut drei Minuten, ohne jeden künstlerischen Wert... Doch für die kleine Oddbjørg wurde er zum Erlebnis - zunächst zum Erlebnis der Grausamkeit. Im Film wurde ein Tier nach dem anderen getötet, die zukünftige Künstlerin erlebte zum ersten Mal die Grauen der Gewalt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Als sie sich nun entschied, das Märchen vom „Rango” in ihre Reihe aufzunehmen, schaute sie sich den Film zunächst nicht wieder an - sie wollte es so malen, wie es in ihrer Erinnerung war. So glaubte sie als Kind, der Film spiele in Afrika - so wurde aus einem Tiger in ihrer Fantasie ein Orang-Utan - und viele andere Affen kamen dazu. Auch dachte sie immer, es würde regnen, im Augenblick als die Tiere starben. Heute weiß Oddbjørg Reinton, dass der Regen keine Trauer über die Grausamkeit ausdrückte, sondern nur aus Fehlern im Filmmaterial bestand...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Der Film handelt jedoch nicht nur von Tieren - wie so oft, greifen auch Menschen in die Handlung ein. In diesem Fall in der Rolle eines Mannes, der einen Büffel den Tod eines jungen Orang-Utan zu rächen. Für Oddbjørg Reinton stellt ihr Gemälde auch ein Symbol für diese ewige Einmischung des Menschen in die Natur ein - sie spielt auf Artenzerstörung und Entwaldung an. Selbst wenn die Künstlerin ein Märchen malt, vergisst sie doch nie ihre sich selbst gestellte Aufgabe des Naturschutzes.
 
 
 
 
 
 
 
        Doch dann spulte ihr Vater den Film zurück, und alles wurde anders: die damalige Technik ließ die Zuschauer den Film rückwärts sehen, und anstatt der sterbenden Tiere sah man sie nun auferstehen. Das gefiel der kleinen Oddbjørg so gut, dass sie den Film - in Rückwärtsversion - nie vergaß.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Doch in ihrem Gemälde vom Rango, das sie über die Illustration auf der Filmhülle malte - und in dem dazugehörigen Video, dem Märchen von der Entstehung des Gemäldes - endet Oddbjørg Reinton das Geschehen mit einer positiven Note: wie in der Rückwärtsversion des Films sind alle wohlauf. Der Baum, der abgeholzt werden sollte, wächst wieder. Und Rango, wie ein Tarzan oder Supermann, ist in Wirklichkeit nicht tot. Er erscheint, auf einem Ast in Form eines Büffelhorns, und schaukelt fröhlich an einem falschen Tigerschwanz - während der Tiger lebt und sich im Wald vergnügt.
 
 
 
 
 
 
 
 
Um das Video über die Entstehung des Gemäldes „Das Märchen vom Super-Rango” von
Oddbjørg Reinton wirklich zu genießen, stellen Sie bitte den Ton auf volle Lautstärke.