Brigitte Lecrivain: Klassischer Kupferstich

 
 

Brigitte Lecrivain: Menschen und Kupferstich

 
        Manchmal nennt Brigitte Lecrivain ihr Werk einfach nur „Tropfen”. Dann aber nennt sie es nach dem, was sie - und nicht nur sie - wirklich darin sieht: eine „Anwesenheit”. Denn das was, technisch gesehen, wirklich nur Tropfen sind, erinnert an Menschen, an eine ganze Menschenmasse, an Menschen in Situationen, wie sie heute aktuell sind und die sich keiner wünscht. In denen es jedoch trotzdem Menschen gibt, die trotz allem „anwesend” sein müssen, ob es ihnen gefällt oder nicht.
 
 
 
Kupferstiche mit Wachs, von Brigitte Lecrivain
 
 
 
 
        Auch hier lässt die Künstlerin ihrer Kreativität freien Lauf. Jeder Abzug hat seine persönliche Note - einige sind farbig.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Bei diesem Kupferstich hatte Brigitte Lecrivain Lust, mal eine ganz alte Technik auszuprobieren - Bienenwachs. Zuerst ließ sie das weiche Wachs über die Zinkplatte laufen, dann steckte sie das Ganze in ein starkes Säurebad. Damit erreichte sie, dass sich die Tinte darauf festsetzen kann.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Schon beim ersten Druck konnte man die Anwesenheit von Personen erahnen, kleine langgezogene Figuren. So nahm sich die Künstlerin die Platte noch einmal vor und arbeitete die Gesichter der Personen heraus, die sie auf dem Papier sah.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Anschließend erstellte Brigitte Lecrivain einen neuen Druck, für den sie zuerst flüssige Tinte mit einer weichen Walze auftrug, danach zähflüssigere Farben mit einer harten Walze, was den Effekt eines Reliefs erzeugte - und endlich waren ihre Personen für jeden Betrachter sichtbar.