Brigitte Lecrivain: „Der Hafen”, Kupferstich

 
 

Brigitte Lecrivain: Sehnsucht nach der Ferne

        Die Kupferstiche von Brigitte Lecrivain entstehen oft parallel zu ihren Wünschen und Träumen. So stellte sie sich vor, sie wäre in einem kalten Land, wo der Wind die Menschen frösteln lässt und ihnen Lust macht, zu reisen - reisen in ein fernes Land, wo die Sonne scheint und die Wärme das Leben verschönt. Man muss nur ein Schiff besteigen, und das Abenteuer beginnt...
 
 
 
Kupferstich und Reise: Brigitte Lecrivain
 
 
 
 
        Brigitte Lecrivain hat ihr Fernweh in einen Kupferstich verwandelt.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Um dieses Werk zu erstellen, hat Brigitte Lecrivain mehrere Techniken kombiniert. Ihre fünfjährige Ausbildung an der Kunsthochschule gab ihr, unter anderem, die Möglichkeit, ihr Talent im freien, figurativen Zeichnen - selbst ohne Vorlage, nur mit Hilfe ihrer Fantasie - zu entwickeln und zu perfektionieren. So nutzte sie dieses Talent, um auf ihre Zinkplatte zunächst eine Freihandzeichnung zu gravieren.
 
 
 
 
 
 
 
        Doch dem kritischen Auge der Kupferstecherin schien diese Technik zu „platt”. Sie deckte also die freien Stellen mit einer Hartlackschicht ab und gab das Ganze in ein Säurebad. Dieser Vorgang wurde dreimal wiederholt, mit einer immer feiner ausgearbeiteten Hartlackschicht, bis die unterschiedlichsten Grautöne erschienen. Auf diese Weise entstand eine merkwürdige Zeichnung im Himmel, auf der linken Seite des Bildes. - Beweis, dass der Kupferstich immer noch Überraschungen in sich trägt...