Gisèle Buthod-Garçon

Teller und Vase von Catherine Cotonian-Moiroux
 

Die Botschaft der Stille des Herzens

 
 
        „Vernünftig sein” ist eigentlich nicht Gisèles Sache, zumindest was ihre Kunst angeht. So hat sie nie gezögert, ein neues Feld zu betreten, neue Erfahrungen zu sammeln und mit einer neuen Technik neu anzufangen. Alles, was sie wollte, war weitermachen.
 
       Selbst wenn eine Technik sich gut verkaufte - wie zum Beispiel ihre Serie mit türkisfarbener Emaille - so war sie doch immer bereit, sie fallenzulassen, sobald eine neue Eingebung sie auf einen anderen Weg brachte.
 
       Gisèle Buthod-Garçon unterscheidet zwischen Kunstwerken, die mit dem Verstand entstehen, und anderen, wo das Herz dahintersteht. Ihre Arbeiten sind der Ausdruck eines Herzens, das eine Botschaft hat. Hier ist es die Botschaft der Stille...
 
 
 
 
 
 

Ausdruck von freier Schöpfung und Form

 
        Wie die meisten Künstler ihres Fachs hat auch Gisèle Buthod-Garçon ursprünglich mit der Töpferscheibe gearbeitet. Sie betrachtete dies Hilfsmittel als eine Art Achse, eine Struktur, die ihr die nötige Energie für ihre Schöpfungen gab. Doch schon bald kamen ihr ihre Werke zu gleichmäßig vor - was ihr fehlte, war eine Freiheit, die die Töpferscheibe ihr nicht bieten konnte. So fing sie an, ihre Arbeiten ohne die Hilfe der kreisenden Scheibe zu formen und langsam, nach einer Zeit der Versuche und manchmal auch Fehlschläge, fingen ihre Hände an, genau das auszudrücken, was sie im Sinn hatte.
 
 
 
 

Verstehen, was die Hände formen...

 
        Wer kann in der Kunst schon sagen, was „gut” oder „schlecht” ist? - Bevor Gisèle Buthod-Garçon anfing, selbstständig zu kreieren, verbrachte sie viel Zeit in den Museen, betrachtete die Arbeiten anderer Künstler und fragte sich, wer es wagen könnte, ein Werk einzustufen. Doch als sie selbst ihre ersten Stücke erschuf, hatte sie plötzlich das Gefühl, zu verstehen...
 
 
        Betrachtet man ein Werk wie die „Stille”, so hat man den Eindruck einer Nachricht ohne Körper, wo nur der Geist und das Herz beteiligt sind. Und doch haben die Arbeiten von Gisèle Buthod-Garçon einen Körper, eine Struktur, man kann sie berühren und fühlen. Man spürt die feinen Erhebungen ihrer Haut, ahnt den Weg, den sich die Finger der Künstlerin gebahnt haben, und die Augen lassen sich überwältigen von den unglaublich zahlreichen Nuancen von weiß, grau, schwarz... Doch man versteht sie nur mit der Stimme des Schweigens.