Jean-Claude Toquebiol und die Farbe Blau

 
Jean-Claude Toquebiol: Farben in der Malerei
 
 
 
 
 
 
        Seine Liebe zur Natur brachte Jean-Claude Toquebiol dazu, in eine grüne Phase zu tauchen. Doch dann begann er, die Farben mit existentiellen Betrachtungen über die Basis des Lebens zu hinterfragen. Dazu kam die Bewegung, die in den Gemälden des Künstlers eine so wichtige Rolle spielt.. und das führte ihn ganz natürlich zum Blau. Blau zog Weiß an, ein Weiß das sich über das Grün legte, es immer mehr verbarg, bis es am Ende fast verschwunden war. Die Welt wurde blau.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Jean-Claude Toquebiol malt, weil er einen Pinsel in der Hand hat und Farben auf der Palette, die verteilt werden sollen. Er malt, weil es ihm gefällt, den Pinsel zu beobachten, wie er, scheinbar ganz von selbst, über die Leinwand gleitet und seinen Weg sucht. Er malt, um zu sehen, wie die Leinwand sich füllt, entsetzt über misslungene Linien, zufrieden, wenn die Schönheit dominiert. Pinsel, Leinwand und Farben leben ihr Leben, das Leben des Künstlers. Der Maler malt - und lebt.
 
 
 
 
 
 
        Doch das Weiß überdeckte nicht nur das Grün, sondern die Stämme, die Büsche, die toten Äste, und es war, als wäre es Winter geworden, und die Natur würde von Grund auf gereinigt - wie ein Neubeginn in der ewigen Erinnerung des Menschen.
 
 
 
 
 
 
 
        Der Winter reinigt die Luft und tötet die Krankheitskeime. Der Mensch atmet, er ist am Leben. Malen, so meint Jean-Claude Toquebiol, kann Leben, aber auch Tod bedeuten. Die Farben können den Künstler quälen, ihn noch im Traum verfolgen, ihm missfallen und ihn dazu treiben, immer weiter zu gehen, bis er in ihnen seinen Frieden findet. Er fängt immer von vorne an, wie ein unbelehrbarer Don Quichotte, der gegen unbesiegbare Windmühlen kämpft...