Chloë Seguin, Fotos des Vergänglichen

 
 
 
 
 
 
 
 

Street art-Fotos von Chloë Seguin

        Némo und sein Freund Mesnager zeichneten schwarze Silhouetten und weiße Skelette, und mit ihnen Bälle, Pirogen, Fische, Regenbogen... die verlassenen Gebäude kehrten ins Leben zurück und schenkten dem Viertel ein Lächeln. Doch die Kunst war vergänglich. Oft wurde sie schon nach vier Tagen zerstört, die Künstler waren stets auf der Flucht vor der Polizei.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Chloë Seguin hat vier Fotocollagen mit den Werken von Némo realisiert. Sie fotografierte die Silhouetten in schwarz-weiß, um die Bilder nachträglich zu kolorieren und bunte Zeichnungen hinzuzufügen: so navigieren Némos Personen in einer Piroge oder laufen durch grünes Gras - Street art, die unvergänglich ist.
 
 
 
 
Chloë Seguin, Fotos und Fotocollagen
 
 
 
 
        Die Vergänglichkeit der Kulturen - und unserer Kultur - hat Chloë Seguin immer fasziniert. Die Kunstrichtung, die diese Vergänglichkeit am stärksten repräsentiert, ist das Graffiti, die Street art. Die Fotografin zitiert Picasso, der eines Tages zu Miro sagte: „Die wahre Kreation besteht aus dem kleinen Graffiti, der kleinen Geste auf einer Mauer.”
 
 
 
 
 
 
 
        In den 90er Jahren lebte Chloë Seguin in Paris, in einem Viertel, das für den Bau einer großen Straße abgerissen werden sollte. Doch einige Mieter verweigerten den Auszug, etliche Häuser blieben stehen, zur Hälfte leer. Und plötzlich beobachtete die Fotografin, wie immer mehr Zeichnungen auf den verfallenden Mauern auftauchen: schwarze Silhouetten in Mantel und Hut, oft mit Koffer, Schirm und einem Ball...
 
 
 
 
 
 
 
        Die Poesie dieser Zeichnungen ließ die Fotografin nicht mehr los. Sie machte sich auf die Suche nach anderen Silhouetten und fand Némo, Kämpfer gegen das „Grau” und Schöpfer der vergänglichen Kunst.