Chloë Seguin, Fotos aus einem anderen Paris

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Fotos aus Paris mit Rolleiflex: Chloë Seguin

        Für diese Arbeit zog Chloë Seguin die alte Rolleiflex wieder heraus, die ihre Großmutter ihr inzwischen geschenkt hatte. Sie arbeitete ohne Blitz, um die Leute nicht bei ihrer Arbeit zu stören. In einem kleinen Hof aus dem 19. Jahrhundert stieß sie auf die Blumenfrau, die nicht verstand, warum man sie fotografieren wollte. Weil durch sie der Ort lebendig würde, antwortete die Künstlerin. So entstanden fünfzig schwarz-weiß Fotos im klassischen Format 70x70, Bilder aus einer anderen Zeit, die noch gar nicht so lange vergangen ist.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Aus der neuen Welt...

        Dies ist kein Traum, auch wenn es manchmal so scheint. Sondern eine Erinnerung. Paris, die Stadt, verändert sich. Es ist noch gar nicht lange her, Chloë Seguin war zehn Jahre alt, da zogen die Obstverkäufer noch mit ihren Handkarren durch die Straßen, kleine Verkaufsbuden standen neben Kaufhäusern, und an den Strumpfständen wartete eine Frau darauf, die Laufmaschen der Pariserinnen reparieren - „aufnehmen” - zu dürfen...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

...Fotos von damals

        Und eines Tages kam ihr eine Idee, die sie nicht mehr los ließ: Chloë Seguin wollte Menschen treffen, die von „damals” übriggeblieben sind, die das alte Know-how nicht verloren haben und ihr Leben wirklich noch mit der Arbeit ihrer Hände verdienen. Menschen, wie sie sie aus ihrer Kindheit kennt, die die alten Werte hochhalten und das alte, „wahre” Paris noch lange nicht sterben lassen.