Anica Matijasevic: Skulpturen der Liebe

Anica Matijasevic, Skulpturen der Liebe
 
 
 
 
        Für Anica Matijasevic war es ein unendlich starkes Erlebnis: Auf einer Ausstellung geht ein kleines Mädchen - im Alter, wo es gerade mal laufen kann - auf die Statue der „Großmutter” zu und gibt ihr einen Kuss auf den Mund. Hat sie, so fragt sich die Bildhauerin, das Abbild ihrer Ururur...ahnin erfühlt?
 
 
 
 
 
 
 
        Der Unterschied zwischen dem „Urpaar” und anderen Schöpfungen von Anica Matijasevic besteht vor allem in der Ausführung. Während die anderen Werke der Künstlerin sich durch ihre feine, wohl proportionierte Zeichnung der Körper und die genaue, detaillierte, ausdrucksstarke Bearbeitung aller Gesichter auszeichnen, sind die Statuen von „Großmutter” und „Großvater” eher einfach ausgeführt. Neben anderen Arbeiten der Bildhauerin wirken sie auf den ersten Blick ziemlich „roh”. Anica Matijasevic begründet diesen Unterschied mit der Ursprünglichkeit, die sie in diesem Werk ausdrückt.
 
 
 
 
        „Großmutter” und „Großvater”, zwei bekannte Skulpturen von Anica Matijasevic, symbolisieren die reine, die ursprüngliche Liebe, den Schoß, aus dem die Menschheit geboren wurde. Die Künstlerin nennt sie die „primordiale Liebe”, ohne die das Leben - und die Schönheit der Welt und aller ihrer Bewohner - nicht existieren könnte.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Doch der Unterschied hat auch etwas Persönliches: im Gegensatz zu anderen Arbeiten, wo sie sehr auf Feinheiten achtet und viel Zeit auf die kleinsten Details verwendet, ist diese Schöpfung in einem Anflug von Liebe entstanden, völlig spontan - während sie spricht, machen ihre Hände leicht knetende Bewegungen. Denn die Ur-Liebe, so meint sie, kann man nur darstellen, wenn man selber liebt - das Leben, die Liebe und die Menschen.