Das Urpaar
Die Erschaffung
Kobra und Thoth
 

Anica Matijasevic und die weibliche Magie

Anica Matijasevic: Kreativität der Hände
 
 
 
 
 
        In der ägyptischen Mythologie wird Thoth gleichzeitig als Göttin und als Gott dargestellt. Die weibliche Version trägt stets den Ibiskopf, mit seinem langen Schnabel. Während dem Gott die stolzen Eigenschaften eines Wissenschaftlers und Schreibers zugesprochen werden, symbolisiert die Göttin die weibliche Magie und die Weisheit, die es nicht nötig hat, stets zur Schau getragen zu werden.
 
 
 
 
 
 
        Gleichzeitig wacht Thoth über die Ordnung des Universums. Die Göttin teilt die Zeit in Abschnitte ein, herrscht über die Jahreszeiten und entscheidet über die Länge des irdischen Lebens.
 
 
 
 
 
        Anica Matijasevic sagt von sich selbst: „Ich kann meine Kreativität nicht sehen, doch ich spüre sie in meinen Händen”. Wenn ihre Finger einer Figur Leben einhauchen, so sind es nicht Gedanken, die die Künstlerin leiten, sondern die Hände - und die Meditation, die ihnen ihre schöpferische Kraft verleiht.
 
 
 
 
 
 
        In ihren Darstellungen der diversen - oft auch widersprüchlichen - Seiten der Frau, hat Anica Matijasevic hier noch einmal in den ägyptischen Götterhimmel gegriffen: Thoth, Symbol der Weisheit und der Magie, und Kobra, die Erneuerung des Lebens.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Vor allem für die männlichen Ägypter symbolisiert kein anderes Tier den Charakter der Frau so gut wie die Kobra. Denn einerseits wird sie gefürchtet - wie es der gefährlichsten Schlange des Gebietes gebührt - und verehrt. Sie ist schön und geheimnisvoll, doch unzurechnungsfähig. Sie erneuert das Leben und beschützt den Neugeborenen. Sie ist der Anfang des Lebens und der Anfang vom Ende.