Anica Matijasevic: die Katze, Göttin der Liebe

Anica Matijasevic, Statuen ägyptischer Götter
 
 
 
 
        Die Bildhauerin Anica Matijasevic gibt ihrer Statue die sanften Züge einer Katze, den verträumten Blick der jungen Liebe, doch gleichzeitig hat sie alle Attribute einer schönen Frau: die Lippen, die zum Kuss einladen, das schmale, edle Gesicht, die zierliche doch kraftvolle Statur eines Wesens, das Geschmeidigkeit, Eleganz und Körperkraft verbindet - Kunst und „kokette Liebe” in Katzengestalt.
 
 
 
 
 
 
 
        Die Idee zu diesem Werk kam Anica Matijasevic, als man sie bat, eine Statue für ein Kunst-Symposium zu liefern. Die Tagung hatte das Thema „Liebe in der Kunst”, mit Betonung auf „kokette Liebe”. Sie entschied sich, die slawischen Gottheiten für diesmal ruhen zu lassen und einen Ausflug in den ägyptischen Götterhimmel zu machen: keine andere Sagengestalt passte so gut wie Bastet, die Katze und Göttin der Liebe.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Bastet die Katze ist der Frohsinn selbst. Sie verbreitet Glück und gute Laune. Sie gebietet dem Mond - die Sonne wird von ihrem Ehemann Re, dem Sonnengott, befehligt - und sie gibt den Frauen die Kraft, mit der sie seit Jahrtausenden Kinder gebären und, teilweise im geheimen, die Männer leiten. Sie ist „nur” eine Katze, schnurrig und sanft nach außen hin und weiß ihre wahre Macht zu verbergen. Wen wundert es da, dass ihr erster Sohn, Mahes, als Löwengott geboren wurde...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Und diese Löwenkraft benötigt sie auch, die Katze und Königin aller Frauen, wenn sie nachts über der Sonne wacht, die sonst von der blutrünstigen Finsternis verschlungen wird. Doch wie alle Guten hat Bastet auch eine böse Seite, denn, wie nicht nur die Ägypter sagen, Gut und Böse kann nur gemeinsam existieren. Diese „Jekyll and Hyde”-Seite der Göttin wird Sachmet genannt: Sachmet steht für die sengende Gewalt der Sonne, während Bastet die Katze die sanfte Wärme und die zeugende Kraft der Sonne herausschnurrt.