Bertrand Mahieu und die Verwandlung der Gefühle

 
Bertrand Mahieu und die Meisterwerke der Malerei
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Bertrand Mahieu sagt von sich selbst, dass die verlorene Fähigkeit seiner Hand, Geige zu spielen, ihm eine grundlegende Erkenntnis verschafft hat: es gibt ein „Vorher” und ein „Nachher”. Dabei hätte das „Nachher” Frustration, sogar Aggression, nach sich ziehen können. Doch die Kunst war da, die jede Aggression löscht und Hoffnung entstehen lässt. Malen, das ist für Bertrand Mahieu wie hoffen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Auf diese Weise spielt Bertrand Mahieu mit den Gefühlen eines Kunstliebhabers, der zwischen der klassischen Betrachtungsweise und dem neuen Licht schwankt, das der Künstler seinen Motiven verleiht. So beraubt er die Byblis von Jean-Jacques Henner (Bild ganz oben) ihrer Idylle und versetzt sie in eine vertrocknete Wüstenlandschaft: die Reise der Nymphe in die zerstörte Umwelt unserer Zeit. Ihre Trauer verwandelt sich nicht mehr in eine Quelle, sondern in Leblosigkeit und Desaster.
 
 
 
 
 
 
        Für seine Motive wählt Bertrand Mahieu ausschließlich die „Ikonen” der Malerei, die Meisterwerke. Nicht nur, dass der Betrachter auf diese Weise das Gefühl hat, das Bild schon zu kennen. Er fühlt sich auch frappiert von der Verwandlung, die von dem ihm bekannten Gemälde durchgemacht wurde.
 
 
 
 
 
 
        Der fast brutale Hintergrund und die, im Gegensatz dazu, zarte, doch strahlende, sanfte Beleuchtung, die der Kunstmaler den kopierten Motiven gibt, ändern das Thema und stellen das Motiv in einen völlig neuen, aktuell geprägten Zusammenhang.