Bertrand Mahieu, Damen und Aktgemälde

 
Bertrand Mahieu, Gemälde 19. Jahrhundert
 
 
 
 
        Ob Bertrand Mahieu sich von dem legendären Thema der Odaliske reizen ließ, oder ob ihn die Schönheit der liegenden Nackten von Jules Lefebvre verführte, so ist es dem Kunstmaler jedenfalls gelungen, den geheimnisumwitterten Liebreiz und das Flair des Originals einzufangen.
 
 
 
 
        Die Odalisken waren die Sklavinnen der Sultane, die, mit Charme und Glück, bis zur Lieblingsdame aufsteigen konnten. Doch sie waren vor allem Frauen, deren Reize als ihre wichtigste - und einzige - Waffe gegenüber dem Leben galten. Sie waren ausschließlich „Frau”. - Diesen besonderen Zauber arbeitet Bertrand Mahieus mit seinen speziellen Techniken heraus. Das Motiv erscheint in Öl, zusammen mit alter, abgekratzter Farbe und einer strahlenden Hintergrundbeleuchtung.
 
 
 
 
 
 
        Noch ein weiterer französischer Maler aus dem 19. Jahrhundert, William Bouguereau, ist dem Mysterium Frau und ihrer unvorhersehbaren Passion anheimgefallen.
 
 
 
 
 
 
 
        Das dritte Gemälde auf dieser Seite ist ebenfalls eine Kopie nach Jules Lefebvre. Die schlafende Schönheit hat Angst vor der Kälte, deren Macht sie bedroht. Bertrand Mahieu bedient sich des Ausschneidens, um die Kälte wie ein geheimnisvoll wirkendes Licht herauszuarbeiten, die die ängstliche Frau umklammert wie ein unheilvoller Mantel.
 
 
 
 
 
 
        Bouguereau malte die Byblis, Enkelin des Apollon, Nymphe und, vor allem, Frau, die nur einem einzigen Mann gehört - doch dieser Mann ist ihr Bruder. Doch er flieht, erschreckt von der Sünde des Inzests. Bublis verzweifelt an ihrer gescheiterten Liebe, bricht in Tränen aus und weint, bis sie sich in eine Quelle verwandelt. - Für Bertrand Mahieu, jedoch, ist die unerfüllte Liebe keine Quelle, die Leben über das Land bringt, sondern Wüste, Trockenheit. Er verlegt die Verzweiflung der Nymphe in eine Marslandschaft aus alter, abgekratzter Farbe.