Jacques Grosjean: Aquarell und Gefühle

 
 
 
 
 

Aquarell und Traum - Jacques Grosjean

        Doch dann entdeckte Jacques Grosjean, dass die Technik des Aquarells zu weitaus mehr taugt, als nur für „Hilfsarbeiten”, bevor das endgültige Werk erschaffen wird. Er stellte fest, dass die Aquarellfarben mit ihrem weichen Ausdruck andere Gefühle ansprechen als die Ölfarben. Sie tauchen eine Landschaft in einen Traum, zeigen die Feinheit menschlicher Empfindungen. Sie sind anspruchsvoller in der Anwendung - sie trocknen zwar schneller als Öl, aber sie erlauben auch keinen Irrtum - ein Aquarellbild kann nie verändert werden.
 
 
 
Jacques Grosjean
 
 
 
 
 
 
        Zuerst waren sie einfach nur praktisch in der Anwendung. Jacques Grosjean benutzte seine Aquarellfarben unterwegs, für eine schnelle Skizze - eine Landschaft, einen kurzen Eindruck in der Stadt, den Alltag der Menschen, die arbeiten, spielen... Oft malte er im Stehen, ohne Staffelei, nur an irgendeine Mauer gelehnt. Wichtig war, den Augenblick einzufangen, spontan, mit einer schnell trocknenden Farbe.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Dann nutzte er die Technik des Aquarells, um die Arbeiten an seinen Ölbildern vorzubereiten. Die schnell trocknenden Farben erlaubten ihm, Farbtöne zu vergleichen, Kompositionen zu testen, die später in Öl realisiert würden, oder Menschen und Silhouetten im Werk zu integrieren.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Irgendwo zwischen Traum und Realität... Die Pins Laricio aus der Familie der Pinien ist eine Art, die nur im Süden und dort auch nur sehr selten vorkommt. Man findet sie vor allem in Korsika, aber einzelne Exemplare auch an der Mittelmeerküste, in den Wäldern des französischen Festlands. Man sagt, sie ähneln im Grunde den Bewohnern des Landstrichs: mit ihrer eigenartigen, vom Wind geprägten Silhouette unterstreichen sie ihre schüchterne Wildheit und ihren Drang nach Freiheit.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Jacques Grosjean wollte in diesem Gemälde das Gleichgewicht zwischen Realität und Traum darstellen: auf der einen Seite die realen Gestalten der Berge, der Pinien und der Felsen, in denen sie wurzeln - daneben der Nebel, in dem die Wirklichkeit versinkt. Für den Künstler drücken seine Aquarellbilder genau das aus, wofür Aquarellfarben geschaffen sind: Zärtlichkeit, Freiheit, Gefühle, Traum.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Wie alle Menschen aus dem Süden liebt Jacques Grosjean den Sommer, den blauen Himmel und das Meer. Aber eine Landschaft im Winter hat das „gewisse Etwas”, von dem ein Künstler den Blick nicht abwenden kann. Für ihn besteht der Winter jedoch nicht aus kaltem Grau, verhangenen Himmeln in dunklen Tönen - seine Winterlandschaften sind in Sonne getaucht, die ihre warmen, lebendigen Farben hervorhebt.
 
 
 
 
 
 
        Was Jacque Grosjean immer berührte, das ist die unsichtbare Verbindung zwischen Mutter und Kind, die aus reiner Liebe und Zärtlichkeit besteht. In seinem Bild über die Mutter wollte er weder eine bestimmte Frau noch ein Kind aus seiner Familie darstellen - ihm ging es nur darum, das immense Gefühl der Liebe zwischen den beiden Wesen in einem Gemälde auszudrücken.