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Stierkampf
Wurzeln
 

Annick Bonnet Dupeyron, Stierkampf

 
Annick Bonnet Dupeyron und der Stierkampf
 
 
 
 
 
        In der Antike waren Stier und Labyrinth zwei Symbole, die unmöglich voneinander getrennt werden konnten. Der Minotaurus und der Weg durch das Chaos formten eine Art Initiation in das Mensch-Sein. Der Mensch wurde zum Tier, das Tier wurde Mensch - die Grenzen verschwammen...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Der Stierkampf ist wie das Labyrinth der Antike: Sieg und Niederlage, Tötung, das Recht der Stärkeren, das Wesen wird zu Asche, die Asche zu Sand... Das Blut trocknet, der aufgewirbelte Staub sinkt auf die Reste des Geschehens nieder. Für Annick Bonnet Dupeyron ist die Arena der Ort der Inkarnation des Tieres, das versteckt in jedem von uns lebt. Das Labyrinth der neuen Zeit, die Heimat des modernen Minotaurus.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Und doch, so meint Annick Bonnet Dupeyron, sind wir doch schon längst auf der Suche nach einem ganz neuen Minotaurus, eines anderen Kampfes. Ein Kampf, der immer gefährlicher wird, der aber auch zu einer ganz neuen Form der Auferstehung führen kann. - Collagen mit Stoffen, die mit natürlichen Pigmenten eingefärbt wurden.
 
 
 

Annick Dupeyron, Das Labyrinth

        Seit sie im Languedoc lebt, hat Annick Bonnet Dupeyron nie verstanden, warum die Menschen dem Stierkampf zujubeln. Aber noch weniger konnte sie die Künstler begreifen, die Erinnerungen an die Kämpfe festhielten, wie ein Foto zum Andenken an einen angenehmen Moment. Auf diesen Bildern entdeckte sie die Waffen und das edle Kostüm des Toreros, der stolze Mensch gegenüber dem Tier, dem nichts als blinde, ungezügelte Kräfte zur Verfügung stehen...
 
 
 
 
 
 
        Diese Betrachtung des Stierkampfs störte und ärgerte die Künstlerin, und sie entschied, diese „Spiele” einmal anders darzustellen - mit einem Aufruf an das kollektive Unterbewusstsein der Partnerschaft zwischen Mensch und Tier.