Ivan Dmitriev, zwischen Malerei und Musik

 
 

Ivan Dmitriev: graphische Kunst und Musik

        Als Ivan Dmitriev sechs Jahre alt war, schenkten seine Eltern ihm seine erste Geige. Etwas später begann er zusätzlich mit Klavierstunden. Auch wenn der Künstler sich im Endeffekt für die graphischen Künste entschied, so blieb die Musik für ihn doch stets gegenwärtig, sowohl in seinem Geist als auch in seiner Seele.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Über eine chaotische Einheit von warmen Farben, Farben des Feuers und der Leidenschaft, erhebt sich eine Geige, das erste Instrument, das Ivan Dmitriev spielte. Ein Auge beobachtet den Betrachter und sieht ihn fragend an. Einige goldene Farbtupfer verändern das Ambiente und verwandeln das Bild in eine vibrierende Ikone der Musik. Partituren fliegen durch den Raum. Rechts von der Geige geht die Landschaft in eine Uferlinie über, wie auf einer alten Seekarte, und lädt zu allen möglichen Abenteuern ein. Der Bogen durchschneidet das Gemälde und berührt die Saiten auf seinem Weg, wie spielerisch oder wie ein Tyrann.
 
 
 
 
 
Ivan Dmitriev, Musik und Malerei
 
 
 
 
 
 
        Seine Serie von Gemälden über Musik ist ein enormes Patchwork aus Gefühlen und Bildern. Sie gibt ihm Gelegenheit, sich mit den Instrumenten seiner Kindheit ganz neu auseinanderzusetzen, sie neu zu interpretieren, sie in einer gewissen Weise auseinanderzunehmen.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Vor dem Hintergrund von kraftvoll vibrierenden Bildern erscheinen die fantastischen Silhouetten von Instrumenten, die den Betrachter mal an eine Küstenlinie, mal an einen Menschen erinnern. Wie verspielt fließt alles ineinander und gaukelt traumhafte Visionen vor. Ivan Dmitriev vereint das musikalische Ambiente, das seine Kindheit beherrschte und seiner Fantasie Form gab, mit der Vorstellungskraft des Malers und Graphikers.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Die Gemälde von Cello und Klavier zeigen, wie unterschiedlich das Verhältnis des Künstlers zu seinen einzelnen Instrumenten ist. Das Cello explodiert regelrecht über einer von Windböen und Regen gepeitschten Erde: die Kraft der ungekrönten Königin der Streichinstrumente.
 
 
 
 
 
 
        Und doch glaubt man eine zarte weibliche Note zu verspüren. Das Gemälde ist wie von einem elektrischen Netzwerk überzogen, die Saiten des Cellos vibrieren im eiligen Rhythmus der Bewegungen des unsichtbaren Bogens. Die Schlüssel auf dem Instrument heben seine geheimnisumwobene Seele hervor. Je länger man das Bild betrachtet, je mehr fängt das Cello an, zu singen. Eine wilde, fast obszöne Musik beherrscht den Raum...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Das Klavier beherrscht die Stadt. Seine großen schwarzen und weißen Tasten erklingen in ihren roten Straßen. Alle Elemente sind an ihrem Platz und lassen die Seele des Klaviers erklingen. Manchmal knurrt es, manchmal lacht es, aber stets gibt es dem Orchester den Takt an. Wie eine komplexe, doch sensible Maschine formt es seine Töne unter den Händen eines Marionettenspielers. Man glaubt, die Saiten unter den Schlägen der Hämmer im Inneren des Instrumentes vibrieren zu hören.