Jean de Blanchard, Hyperkubismus

 
 
 
 
 
        Zuerst waren da nur ein paar Weinkisten, die dem Künstler ins Auge sprangen. Auf der anderen Seite eine Unzahl von Skizzen, Personen, Tiere und Landschaften, die er auf seinen Ausflügen in die Umgebung angefertigt hatte und nur darauf warteten, in Gemälde umgesetzt zu werden. Doch nach der Idee, auf die Weinkisten zu malen, die in Montpellier einfach so herumstanden, kam die Erkenntnis: der Hyperkubismus lässt die Motive ein Eigenleben führen. Alles wird möglich, die Unterschiede weichen einer bisher ungeahnten Verbundenheit.
 
 
 
 
 
 

Landschaften und Frauen

        Im Grunde besteht die neue Kunstrichtung, der Hyperkubismus, aus übereinandergestapelten Kartons jeder Art und Größe, die mit den Motiven bemalt werden, die Jean de Blanchard am liebsten sind: Landschaften und Frauen. Die Motive verbinden die Kartons - der Körper räkelt sich auf einem Karton, ein Bein auf einem anderen... Man bekommt den Eindruck, dass ein Karton unwiederbringlich mit dem anderen verbunden ist.
 
 
 
 
 
 

Neue Positionen, neues Leben

        Doch nichts ist unwiederbringlich im Hyperkubismus. Ein verschobener Karton zerstört das Motiv nicht, sondern bringt es zum Leben. Plötzlich nehmen die Landschaften und Menschen andere Positionen ein, verändern sich, neue Situationen und Eindrücke entstehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Von Zeit zu Zeit überkommt Jean de Blanchard der Wunsch, einen Eindruck festzuhalten. - Er kann die Werke des Hyperkubismus nicht daran hindern, sich zu bewegen und neue Bilder entstehen zu lassen, doch er kann einen Augenblick einfangen. So kopiert er eine Szene der Kartons auf seine Leinwand und schafft auf diese Weise die Momentaufnahme einer Situation, die im Hyperkubismus nie aufhören wird, sich zu entwickeln und weiterzuleben.