Francine Bassetto, die Frau und der Rest der Welt

 
 
 
 
 
        Ein plötzlicher Einbruch im Leben hat schon so manche Künstlerlaufbahn zerstört. Doch was zerstören kann, kann auch aufbauen - wenn man das Leben von der positiven Seite sieht. Und Francine Bassetto, auch wenn sie, wie alle Menschen, traurige Zeiten durchmachen musste, hat immer die positive Seite bevorzugt.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Schicksal vieler Frauen: Scheidung, Umzug, eine kleinere Wohnung - was für eine Künstlerin oft bedeutet, dass auch ihr Arbeitsplatz kleiner wird. So musste Francine Bassetto in einem wesentlichen Moment ihres Lebens aus purem Platzmangel auf ihre Ölmalerei verzichten. Doch anstatt die Kunst aufzugeben, suchte sie nach anderen Materialien... und sie fand Zugang zu der schlichten Schönheit des Papiers.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Was früher nur zur Vorbereitung ihrer Bilder diente, für Skizzen oder Versuche im Kleinformat, wird jetzt zum tragenden Material. Francine Bassetto entdeckt, dass Papier ihr erlaubt, mit viel mehr Feinheit und Präzision zu zeichnen. Sie schneidet aus und klebt, die Welten aus verschiedenen Epochen wachsen zusammen, ihr Zeichenstift, ihre Farben, Aquarell, Tusche, Filz- und Wachsstifte verschmelzen mit ihrer Fantasie und erzählen eine Geschichte.
 
 
 
 
 
 
 
 
        Auf dem Bild, das die Künstlerin „Begegnung” genannt hat, geht es um die Begegnung dieser unterschiedlichen Welten. Eine nackte Frau, deren sanfte Rundungen für Francine Bassetto den Prototyp des Weiblichen darstellen, betrachtet das Treiben der Anderen, ohne daran Anteil zu nehmen. Sie schwebt in einer anderen Dimension, wo Verpflichtungen, Organisation, ständiger Fortschritt und immer neue Ziele völlig unbekannt sind.
 
 
 
 
 
 
 
 

Traumwelt der Widersprüche

        Anstatt sich dem Stress der etwas verrückten Welt auszusetzen, bleibt sie gelassen, beobachtet und träumt. Sie erwartet nichts von niemandem, denkt weder an Gut noch an Böse, nur die Gegenwart zählt. Um sie herum ist die Welt im Widerspruch - das Schnipsel eines Fotos in schwarz und weiß, mit einem Flugzeugträger aus vergangenen Zeiten, neben einer bunten, modernen Stadt in stetiger Entwicklung. Erde und Meer vereinen sich, Tiere und Menschen beanspruchen einen Platz und nähern sich ihrem Ziel - ganz wie Francine Bassetto und ihre Kunst.