Aurélie Ollemann: Leder, ein sinnliches Material

 
 
Aurélie Ollemann, Ledertaschen
 
 
 
 

Aurélie Ollemann: Leder und Weiblichkeit

        So nahm sie verschiedene Jobs an, ohne einen Sinn darin zu sehen, den ganzen Tag in einem Büro zu verbringen. Doch als sie eines Tages gezwungen war, alten Leuten Kredite „aufzuschwatzen”, hatte sie endgültig genug und schmiss alles hin.
 
 
 
 
Atelier Ourielle d'Orion, Lederwaren
 
 
 
 
        Wie so viele moderne junge Menschen ihrer Zeit entschied sich Aurélie Ollemann für einen Beruf, von dem man sagt, er hätte Zukunft: Technik und Kommunikation. Auf der Universität war sie erfolgreich... und doch war da etwas, das nicht ganz stimmte. Sie fühlte sich nicht in ihrem Element.
 
 
 
 
 
 
        Aber was war ihr Element? Im Moment, bestand es aus Träumen. Solange Aurélie Ollemann träumte, fühlte sie sich glücklich. Doch der Beruf der Kommunikation war weit davon entfernt, sie zum Träumen zu bringen. Andererseits musste sie Geld verdienen, wie alle Leute, um zu essen und ihre Miete zu bezahlen.
 
 
 
 
 
Leder und Kunst von Aurélie Ollemann
 
 
 
 
 
        Leder ist wie eine Frau - wenn man es streichelt, zeigt es seine Weichheit. Zuerst wird man von seinem würzigen Duft angezogen, dann möchte man es betrachten und berühren. Die schönste Anerkennung erfährt die Künstlerin, wenn die Kundin verstohlen an einer Tasche schnuppert, sich dann schüchtern nach ihr umdreht, als wäre sie bei einer kindlichen Sünde, einer streng verbotenen Nascherei, erwischt worden. Dann weiß sie, dass die Frau sich in ihr Werk verliebt hat.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        Mit Leder arbeiten, das ist wie träumen: Fantasie, Duft, Geschmack. Ein Fest, ein Blick, ein Lächeln, ein Tanz - ein Kunstwerk. Aurélie Ollemann hat den Beruf gefunden, den sie liebt, den sie mit vollem Herzen lebt und der ihr jeden Tag ein neues, leidenschaftliches, beglückendes Erlebnis beschert.
 
 
 
 
 
 
        Ihr Vater, Kunstmaler und Musiker, unterstützte sie dann in ihrem Entschluss, endlich eine Arbeit zu finden, die sie wirklich glücklich machte. Sie entschied, in seine Fußstapfen zu treten und Künstlerin zu werden. Und plötzlich öffnete sich ihr eine neue Welt. Alles war möglich. So beschloss Aurélie Ollemann, von jetzt an schöne, aber gleichzeitig auch nützliche Gegenstände herzustellen, die man immer bei sich trug, aus einem noblen, sinnlichen Material.
 
 
 
 
 
 
        Seit immer fühlte sie sich zum Leder hingezogen, das die Menschen seit Urzeiten vor Kälte und Unwetter schützt. Doch da war auch noch etwas anderes: die Freude an der Weiblichkeit. Aurélie Ollemann ist froh, eine Frau zu sein. Eine Frau, so meint sie, hat so viel mehr Möglichkeiten, sich auszudrücken, durch ihr Make-up oder ihre Kleidung, die vielseitiger ist als bei den Männern.
 
 
 
 
 
 
        Die Schönheit einer Frau, erklärt Aurélie Ollemann, drückt sich nicht nur durch das Äußerliche aus, sondern auch durch ihre Seele. Mit einer Bewegung, einem Blick, einem Lächeln, einem Tanz zeigt die Frau ihre Sinnlichkeit. Und gibt es ein sinnlicheres Material für eine Frau als Leder?
 
 
 
Aurélie Ollemann, Schmuck aus Leder
 
 
 
 

Aurélie Ollemann, Lederwaren Ourielle d'Orion

        Außer Taschen und Schmuck aus Leder zu fertigen kennt Aurélie Ollemann nichts, was ihr mehr Spaß macht, als ihre Werke anspruchsvollen Liebhabern ihres Materials zu zeigen. Sie ist fast immer in ihrem Atelier in der kleinen Stadt Prades-le-Lez zu erreichen, doch es ist natürlich besser, sich vorher mit ihr zu verabreden.
 
Aurélie Ollemann - 34730 Prades-le-Lez