Jean-Claude Toquebiol, Ausdruck und Kunst

 
 
Jean-Claude Toquebiol und die Natur
Jean-Claude Toquebiol, Kunstmaler in Montpellier
 
 
 
        Ursprünglich stammt Jean-Claude Toquebiol von okzitanischen Bauern und Minnesängern ab. Die Liebe zur Musik hat er von seinem Vater, der abends, nach seiner Arbeit im Gemüseanbau, seiner Familie auf der Klarinette vorspielte. Man sprach nicht viel im Haus seiner Eltern, doch man wusste sich auszudrücken - und man hörte einander zu.
 
 
 
 
 
Gemälde von Bäumen von Jean-Claude Toquebiol
 
 
 
 
        Der junge Jean-Claude Toquebiol hat schon früh seine eigene Sprache gefunden. Als er 16 Jahre alt war, bewunderte man bereits seine Holzskulpturen, die er aus Eichenholz oder toten Aprikosenbäumen herstellte. Er verwandelte sie in Personen, Gesichter oder stellte die Welt da, die ihn umgab: Szenen aus dem Leben der Bauern, religiöse Szenen, er schnitzte auch Christusfiguren, Marienbilder, Liebespärchen, Aktfiguren - Menschen und Situationen, die ausdrückten, was der Künstler zu sagen hatte.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
        So erschuf Jean-Claude Toquebiol schon Kunst, als er fast noch ein Kind war - und diese Kunst sprach für ihn. Sie drückte seine Sorgen, seinen Frust, seine Wünsche und seine Liebe aus. Wenn er kein Holz zum Sprechen bringen konnte, malte er mit Chinatinte oder Wasserfarben. In Momenten, in denen er sich einsam fühlte, sprach seine Kunst mit ihm. - Dann folgten die ersten Ausstellungen, der erste Erfolg... Doch wer kann von der Kunst leben?
 
 
 
 
 
 
        „Ich rede nicht, ich male.” Diesen erstaunlichen Satz benutzt Jean-Claude Toquebiol, wenn man ihn fragt, warum er Künstler ist. In seinem Leben hatte er immer das Bedürfnis, sich mit anderen Mitteln auszudrücken als mit Worten, von Kindheit an. So hat er zur Kunst gefunden. Der künstlerische Ausdruck ist für ihn stärker, als menschliche Sprache es je sein kann. Zuerst war es die Skulptur, später die Malerei - doch die Worte blieben die gleichen.
 
 
 
 
Landschaften in Grün von Jean-Claude Toquebiol
 
 
 
 
        Aber auf die Kunst zu verzichten, das schien Jean-Claude Toquebiol unmöglich. So studierte er Kunstgeschichte und Malerei und wurde Professor an der Kunsthochschule. Doch der Schaffensdrang ließ ihn nicht los. Inzwischen lebte er in der Stadt, weit weg vom toten Holz im Obstgarten seines Vaters. So begann er die Malerei nicht nur zu unterrichten, sondern auch als seinen eigenen Ausdruck, seine Sprache, zu benutzen. Sie wurde zu seiner Vertrauten...
 
 
 
 
 
 
 
        Heute ist die Malerei sein Leben. Wenn er malt, spürt er den Pinsel in seiner Hand, gemeinsam finden sie ihren Weg, eine Einheit aus Künstler, Hand und Pinsel. Er denkt nicht, er lebt. Er stellt keine Fragen, er kennt weder Angst noch Sorgen. Er geht in seiner Umgebung auf - seine Umgebung ist Glück, und er gehört dazu. Er ist nicht Zen, doch er wird es, in dem Augenblick, wo der Pinsel die Leinwand berührt und die Farben sprechen.
 
 
 
 
Wasser und Natur: Jean-Claude Toquebiol
 
 
 
 

Jean-Claude Toquebiol: die Kunst ist seine Sprache

        Jean-Claude Toquebiol hat ein Atelier mitten in Montpellier, in einem alten, schönen Haus, das die Werte der Tradition spiegeln, aber auch Schönheit und Offenheit für alles, was Leben heißt. Obwohl er in der Stadt lebt, hat er seine Liebe zur Natur nicht verloren und drückt sie in der Sprache aus, die er am besten beherrscht: in seiner Malerei. Gern begrüßt er Kunstliebhaber in seinem Atelier und diskutiert mit ihnen über seine Werke, den Ausdruck und das Leben.
 
Jean-Claude Toquebiol - 34000 Montpellier