Jean de Blanchard und der Hyperkubismus

 
 
 
Frauen am Meer, Hyperkubismus
 
 
 
 

Jean de Blanchard, der Künstler und sein Werk

       Einige Jahre später kehrt Jean de Blanchard in seine Heimatstadt zurück, wo er eine Privatschule leitet, die von seinem Vater gegründet wurde. Wichtiger noch als die Schule ist das Gebäude: sie ist in seinem Elternhaus untergebracht, jenem Haus gleich neben dem berühmtesten Platz von Montpellier, der Comédie. Später sollte es zu seinem Atelier werden, wo er noch heute lebt, umgeben von seinen Statuen und Gemälden, der Künstler im völligen Einklang mit seinen Werken.
 
 
 
Jean de Blanchard, Vater des Hyperkubismus
 
 
 
       Jean de Blanchard wurde in Montpellier geboren. In dieser Stadt hat er fast sein ganzes Leben verbracht und, vor allem, er hat sie gemalt - seine Stadt und ihre Umgebung, deren Kind er ist. - Dabei war es nicht einmal in Montpellier, wo ihn die Leidenschaft für das Malen packte. Er war 13 Jahre alt, als er mit seinen Eltern ins „Exil”, nach Avignon, zog. Und dort hat er verstanden, was Kunst und Malerei für sein Dasein bedeuten.
 
 
 
 
 
 
       Von Anfang an war Jean der Rebell, der er für immer bleiben sollte. Schon als junger Mann studierte er die Malerei mit Hingabe, verweigerte aber jegliche Hilfe: er wollte - und er will - nicht beeinflusst werden.
 
 
 
 
 
 
Bewegliche Kunst: Hyperkubismus von Jean de Blanchard
 
 
 
 
 
        Aus den scheinbar so nutzlosen Kartons wurden „bewegliche” Statuen. Jean de Blanchard stapelt sie über- und nebeneinander und malt auf jede Seite ein Motiv. Wenn dem Betrachter nach einem Wechsel zumute ist, braucht er das Werk nur von einer anderen Seite zu betrachten. Oder er verschiebt die Kartons, und die Motive erwachen zum Leben. Doch manchmal „blockiert” der Maler auch eine Statue, indem er sie in ihrer momentanen Position auf der Leinwand festhält - das Gemälde als Momentaufnahme der Statue mit der unendlichen Bewegung...
 
 
 

Die Geburt des Hyperkubismus

 
 
        Doch wie so oft sollte das Berufsleben der Malerei - vorübergehend - zum Verhängnis werden. über Jahre hinweg widmete sich Jean de Blanchard der Schule und vernachlässigte sein Talent. Bis, eines Tages, sein Blick auf eine regelrechte Landschaft aus Strommasten fällt. Dieser metallische Wald, Symbol des Jahrhunderts, lässt ihn nicht mehr los - und wird schließlich zum Gemälde... Mit diesem Werk macht der Künstler Jean de Blanchard einen neuen Anfang. Gleichzeitig reizen ihn die Kartonberge vor einem Restaurant in seiner Nachbarschaft. Auf den ersten Blick mochten sie ja wie Abfall aussehen - aber wenn man daraus ein Kunstwerk schaffen würde? - Der Hyperkubismus war geboren - ein Stil, der Kunst und modernes Leben verbindet, Wegwerfgesellschaft und Ökologie...
 
 
 
 
Jean de Blanchard und die Farben des Languedoc
 
 

Jean de Blanchard und der Hyperkubismus

        Jean de Blanchard ist ein Künstler, der nach wie vor wesentliche Gedanken und Ideen weiterzugeben hat. Er lebt umgeben von seinen Werken, „starre” Gemälde und Statuen in ständiger Bewegung, und gerne empfängt er Liebhaber des Hyperkubismus in seinem Elternhaus, das ihm heute als Wohnung und Atelier dient, zeigt ihnen seine Arbeiten und philosophiert mit ihnen über die Wege der modernen Kunst.
 
Jean de Blanchard - 34000 Montpellier