Bob Maere, Keramiker

 
 
Teller aus Steingut von Bob Maere
 
 
Urne mit Deckel aus Saint-Jean-de-Fos
 
 
        Wenn ein Künstler gleichzeitig Wissenschaftler ist - oder, umgekehrt, ein Wissenschaftler zum Künstler wird, dann kann man Großes erwarten. Bob Maere ist Künstler und Chemiker... - oder, vielmehr, der Chemiker wurde zum Künstler - und ein Meister in seinem Fach.
 
 
 
 
 
        Wenige Keramiker wissen mit der Emaille so umzugehen wie Bob Maere. Denn eigentlich ist er Chemiker, und bevor er entschied, sein Know-how für seine eigenen Kunstwerke anzuwenden, hat er anderen gezeigt, wie man Brennöfen installiert und Farbpigmente in Kompositionen voller Originalität und Schönheit verwandelt.
 
 
 
        Dabei kam er viel in der Welt herum. Es gibt nur wenige Erdteile, die Bob Maere nicht bereist hätte - und wo er nicht Spuren seiner chemischen Kenntnisse hinterließ. Die großen Keramikmarken der Welt tragen seinen Stempel - und nicht nur die Keramikmarken. „Im Vorübergehen” gründete Bob Maere im Nepal ein Waisenhaus, das er bis heute unterhält. Er widmete sich auch dem Studium des Buddhismus - einer Philosophie, nach der er zu leben gelernt hat, die er an andere weitergibt und dessen Werte in seiner Kunst zum Ausdruck kommen.
 
 
 
        Bob Maere hat auf seinen Reisen nicht nur Emaille-Techniken gelehrt, sondern auch selber gelernt. Dabei hat er sich unter anderem auf die persischen Methoden spezialisiert, die dem Steingut einen ganz besonderen Glanz verleihen.
 
 
 
        Das „Geheimnis” liegt nicht nur in der Zusammensetzung der Emaille, sondern auch in der Anzahl der Brennvorgänge - wobei jeder Brennvorgang seine eigene Brenntechnik und -temperatur verlangt. Denn für Bob Maere sind keine zwei Brennöfen gleich, und der Unterschied zwischen einem Gasofen, einem Holzofen und einem elektrisch betriebenen Brennofen besteht nicht nur in der Form der Energie, sondern drückt sich auch in den Farben und ihrem Glanz aus.
 
 
 
 
 
        So fordert die persische Technik zum Beispiel einen letzten Brennvorgang, bei dem die Temperatur genau überwacht werden muss. Während diesem Vorgang verflüssigen sich die vorher gebrannten Emaille-Komponenten noch einmal und „stossen” bestimmte Metalle auf die Oberfläche, die dem Werk einen Glanz geben, der mit den herkömmlichen europäischen Methoden nicht erreicht werden kann.
 
Bob Maere: Handgeformte Vase
 
 

Atelier Bob Maere

        Das Atelier Bob Maere liegt in den engen Gässchen im Zentrum des romantischen Städtchens Saint-Jean-de-Fos, nicht weit von seinem berühmten Uhrenturm entfernt. Hier kann man seine Vasen, Teller, Skulpturen und Kacheln bewundern - und mit ein bisschen Glück kann man sogar den Meister bei seiner Arbeit sehen.
 
Atelier Bob Maere - 28, rue des Écoles Laïques
34150 Saint-Jean-de-Fos - bobmaere@bbox.fr - Tel. 06 67 02 36 61
 
        Bob Maere ist nicht nur Künstler, sondern auch ein Sprachgenie. Neben Französisch beherrscht er auch Deutsch, Englisch... und mehrere asiatische Sprachen.