Kunst in Saint-André-de-Sangonis

        Die künstlerische Tradition von Saint-André-de-Sangonis hat sich bis heute gehalten: Töpfer, Kunstschmiede, Schriftsteller und Kunstmaler sind hier ansässig, die teils internationalen Ruhm erlangt haben. Selbst die Kunst der Kalligraphie ist noch lebendig.
 
Kapelle bei Saint-Jean-de-Fos
 

Ein Beispiel lokaler Schmiedekunst

        Als 1911 der Springbrunnen auf dem Dorfplatz von Saint-André-de-Sangonis errichtet wurde, beschlossen die Stadtväter eine Maßnahme, die bei den modernen Fotografen sehr unpopulär gewesen wäre: sie zäunten ihn mit einem Gitter ein. Das hatte nicht etwa ästhetische Gründe, sondern es ging um die Tiere des Ortes - man fand den neuen Brunnen zu wertvoll, um ihn als Tränke missbrauchen zu lassen.
 
 
        Die „Kralle”, wie der Brunnen im Volksmund heißt, ist ein Beispiel der lokalen Schmiedekunst. Er ist ganz aus Metall. Unter seiner Spitze sitzen zwei pausbäckige Engel, in der Mitte speien sechzehn allegorische Gesichter das Wasser, und unten schwimmen vier Delfine.
 
 

Metall und Schmiedekunst

        Ein Kunstwerk von Saint-André-de-Sangonis ist leichter zu hören als zu sehen: die Glocke auf dem Uhrturm - ein Bestandteil der alten Stadtmauer - wurde 1655 eingeweiht, zu Zeiten des Bischofs aus Lodève. Mit ihren Kreuzen, die in Stufenform angeordnet sind und ihrem gedrehten Schlegel stellt sie ein Zeugnis der lokalen, traditionellen Schmiedekunst dar, das heute höchst selten geworden ist: in Frankreich sind heute nur noch zwei Glocken dieser Art zu sehen. Sie wurde 1969 auf die Liste der Kulturdenkmäler gesetzt.
 
 
 
        Ebenfalls ein Kunstwerk aus Metall - wenn auch Jahrhunderte später konstruiert - ist die Pont du Languedoc, die „Languedoc-Brücke”, die Autobahnbrücke, die den Hérault bei Saint-André-de-Sangonis überquert. Trotz ihrer modernen Linie passt sie sich in die Landschaft ein ohne der Natur ihre Schönheit zu nehmen.
 
 
        Obwohl der Kunstmaler Yves Soriano sich aus dem Bild von Saint-André-de-Sangonis schon längst nicht mehr wegdenken lässt, sind seine Werke inzwischen doch im ganzen Süden bekannt. Für die Bewohner seines Dorfes bleibt er jedoch immer der sympathische Künstler, den man mit seiner Staffelei und seinem weißen Malerhemd beobachten kann, wie er die Naturschönheiten seines Geburtsortes auf der Leinwand einfängt.